Retroreflexionsfolien – Technische Grundlagen, Aufbau und Unterschiede
Moderne Verkehrszeichenfolien bestehen aus mehreren Funktionsschichten, die gemeinsam dafür sorgen, dass Lichtstrahlen zu ihrer Quelle – meist den Scheinwerfern eines Fahrzeugs – zurückgeworfen werden. Je nach Reflexionsklasse kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, die sich in Rückstrahlwerten, Sichtbarkeit, Lebensdauer und Einsatzbereichen unterscheiden.
Technischer Aufbau der Retroreflexionsfolien (Reflexionsklassen RA1–RA3)
Retroreflexionsfolien für Verkehrszeichen bestehen grundsätzlich aus mehreren Funktionsschichten, die gemeinsam dafür sorgen, dass Lichtstrahlen zur Lichtquelle – etwa den Fahrzeugscheinwerfern – zurückgeworfen werden. Je nach Reflexionsklasse kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, die sich in Sichtbarkeit, Rückstrahlwerten und Einsatzbereichen unterscheiden.
Reflexionsklasse RA1 verwendet eine Folie mit eingebetteten Glasperlen. Diese Mikrokugeln wirken wie kleine Linsen, die eintreffendes Licht bündeln und zurücklenken. Die Folie besteht aus einer transparenten Schutzschicht, einer Glasperlen-Ebene und einer reflektierenden Hinterlage. RA1 bietet grundlegende Reflexion und eignet sich vor allem für innerörtliche Bereiche oder Standorte mit geringer Verkehrsgeschwindigkeit.
Reflexionsklasse RA2 arbeitet mit gekapselten Glasperlen, die von einer metallisierten Reflexionsschicht umgeben sind. Durch diese „Kapselung“ wird Licht deutlich effizienter zurückgeworfen, selbst bei ungünstigen Betrachtungswinkeln. Die Folie besitzt mehrere Schutz- und Versiegelungsschichten und ist robuster und langlebiger als RA1. Sie wird bevorzugt auf Land- und Bundesstraßen eingesetzt.
Reflexionsklasse RA3 nutzt keine Glasperlen mehr, sondern hochpräzise Mikroprismen, die in geometrischen Mustern angeordnet sind. Diese Prismen reflektieren einfallendes Licht äußerst effizient, auch über große Entfernungen, bei Nässe oder flachen Einstrahlwinkeln. Die Folie ist deutlich leistungsstärker, widerstandsfähiger und hat die höchste Lebensdauer. Sie kommt insbesondere auf Autobahnen, Schnellstraßen und an stark beanspruchten Verkehrsbereichen zum Einsatz.
Insgesamt steigt mit jeder höheren Reflexionsklasse die Leuchtkraft, Fernwirkung, Winkelstabilität und Sichtbarkeit bei Regen oder Gegenlicht. Während RA1 die Mindestanforderungen erfüllt, ist RA2 für stark befahrene Bereiche ausgelegt und RA3 stellt die Premiumlösung für höchste Sicherheitsanforderungen dar.
Technische Oberflächenausbildung retroreflektierender Folien
Die Oberflächenausbildung von Verkehrszeichen basiert auf speziellen retroreflektierenden Folien, die sowohl die Haltbarkeit des Signalbildes als auch die Sichtbarkeit bei Nacht und schlechten Witterungsbedingungen sicherstellen. Diese Folien gewährleisten eine stabile Farbwiedergabe über viele Jahre und sorgen dafür, dass einfallendes Licht nahezu unabhängig vom Anstrahlwinkel zurück zur Lichtquelle reflektiert wird – ein entscheidender Faktor für die Verkehrssicherheit.
Zur Erzeugung dieser Rückstrahlwirkung kommen zwei unterschiedliche optische Technologien zum Einsatz:
- Eingebundene Glasperlentechnologie (RA1 / Teilbereiche RA2):
Winzige Glaskügelchen mit einem Durchmesser von 0,01–0,1 mm sind in die Folie eingebettet. Sie brechen das Licht und werfen es in Richtung der Lichtquelle zurück. Diese Technik bietet eine solide Grundreflexion und wird vor allem im innerörtlichen Bereich und bei geringeren Geschwindigkeiten eingesetzt. - Mikroprismen-Technologie (RA2 / RA3):
Die Oberfläche besteht aus feinsten, geometrisch geformten Mikroprismen, die das Licht deutlich effizienter bündeln und zurückstrahlen. Diese Bauweise erreicht eine wesentlich höhere Retroreflexion – besonders bei Regen, Nebel oder flachen Anstrahlwinkeln. Sie kommt vor allem auf Landstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen zum Einsatz.
Durch diese modernen Oberflächenstrukturen bleiben Verkehrszeichen auch bei Dunkelheit, Gegenlicht oder widrigen Umgebungsbedingungen frühzeitig und klar erkennbar.
Reflexionsklassen nach DIN 67520 – technische Einordnung
Die DIN 67520 definiert drei Reflexionsklassen (RA1, RA2, RA3), die sich durch unterschiedliche Mindestwerte der Retroreflexion unterscheiden. Diese Klassifizierung legt fest, wie stark ein Verkehrszeichen das einfallende Licht wieder zur Lichtquelle zurückstrahlt – ein essenzieller Faktor für die Erkennbarkeit bei Nacht und schlechten Witterungsbedingungen.
Bauarten von Reflexfolien
Zur Erzeugung der Retroreflexion kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, die in drei Bauarten unterteilt werden:
Bauart A: Folien mit eingebundenen Mikroglasperlen
Bauart B: Eingekapselte Mikroglasperlen mit verbessertem Rückstrahlverhalten
Bauart C: Hochleistungsfolien mit Mikroprismen (für maximale Helligkeit und Sichtbarkeit)
Die Reflexionsklassen RA1, RA2 und RA3 werden je nach Folientyp und optischer Technologie erreicht. Mikroglasperlen werden überwiegend bei RA1 und RA2 eingesetzt, Mikroprismen bei leistungsstarken RA2- und RA3-Folien.








Reflexionsklasse RA1A
Reflexionsklasse RA2B
Reflexionsklasse RA2C
Reflexionsklasse RA3C
Wahl der Folientypen bei Verkehrszeichen und -einrichtungen
| Zeichen nach § 39 bis § 43 | Aufstellort | normales Umfeld | hell erleuchtetes Umfeld und/ oder viele externe Lichtquellen |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Autobahn | außerorts | innerorts | Autobahn | außerorts | innerorts | ||
| Alle Zeichen außer den nachstehend aufgeführten | rechts hoch/links |
2 2 |
1/2 2 |
1/2 2 |
2/3 3 |
2 2/3 |
2/3 3 |
| Warte- und Haltegebote an Bahnübergängen | - | 2 | 2 | - | 3 | 3 | |
| Warte- und Haltegebote an Kreuzungen, Einmündungen und bei verengter Fahrbahn |
2 | 2 | 2 | 3 | 3 | 3 | |
| Zeichen in Arbeitsstellen | 2 | 1 oder 2 | 1 oder 2 | 2 | 2 | 2 | |
| Zeichen für Haltestellen, Sonderwege | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | |
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